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Kerala Flut Nothilfe - Eine weitere Crew zieht los

Mit Jeeps und mehr Hilfsgütern

Jvo A. Maurer - 20.08.2018

Planen, einkaufen, packen, aufladen, und dann geht’s los. Gegen Mittag und im Laufe des Nachmittags gehen einzelne Bilder, Videos, Informationen und Updates von den Camps ein, spät am Abend erreichen unsere Crews ihre Basisstationen. Dazwischen herrscht Funkstille. Die Tage vereinen sich zu einem langgezogenen Tag – mit nur wenigen Stunden Schlaf dazwischen, hier und da.

Die Strassen sind nach wie vor in schlechtem Zustand oder gar nicht passierbar, die Routen werden situationsbedingt angepasst. Jetzt sind unsere Crews alle mit Jeeps und Kleintransportern unterwegs, was uns ermöglicht, wesentlich mehr Hilfsgüter auszuliefern.

“An vielen Orten ist die Elektrizität ausgefallen”

Heute schicken wir eine zusätzliche Gruppe, angeführt von Gokul, in die abgelegenen Gebiete von Wayanad, ins Chennithala Camp. Indigene Völker (“Indian Tribes”), welche sich wenig Aufmerksamkeit vom “zivilisierten” Rest der Bevölkerung gewohnt sind, blieben im Tumult der letzten Wochen gänzlich auf der Strecke und haben mit der Überflutung ihrer Agrarfelder ihre Lebens- und Nahrungsgrundlage verloren. Obwohl Indien mit Spenden und Hilfsgütern gut versorgt wird, spüren die Indigenen davon kaum etwas. Gokul Gopinath und sein Team werden herzlich empfangen, ihre persönliche Übergabe der Hilfspakete mit grösstem Dank gefeiert. Essen und Medizin werden hier aber nach wie vor dringend benötigt. Wir werden morgen einen weiteren Konvoi in die Region entsenden.

Ajith und seine Truppe erreichen heute Maniyaramkudi in Idukki, wir veröffentlichen dazu ein Video vom Leiter des Camps, der uns über die Lage vor Ort unterrichtet. Das größte Problem in dieser Region waren Bergrutsche, die durch den heftigen Regen verursacht wurden. Vor den Wassermengen konnten sich die meisten Menschen retten bzw. wurden gerettet. Auch in diesem Camp sind überwiegend Indigene untergebracht.

“Die Situation bleibt sehr schlecht: weder Strom noch Essen”

In allen Camps sind erstaunliche viele Kinder untergebracht. Da Strom fehlt, kann auch keine Hilfe angefordert werden. Umso mehr werden unsere Hilfsgüter mit grösstem Dank entgegengenommen.


Rohin Vr, Bijil und ihr Team besuchen heute neben 89 einzelnen Familien das Camp bei Chennithala. Die Lage hat sich hier nur mäßig entspannt, obschon das Wasser langsam zurückgeht.

“Um die Lieferung wird gestritten – einige gehen leer aus”

Wir werde versuchen, die Lieferung künftig persönlich zu verteilen. Trinkwasser ist vorhanden, Essen jedoch fehlt weitgehend und wird auch noch für Wochen, wenn nicht Monate, ein grosse Herausforderung bleiben. Die Flut hat sich etwas zurückgezogen, was bleibt, ist dicker brauner Schlamm. Vereinzelt kehren Familien in die Häuser zurück, um mit den Aufräumarbeiten zu beginnen. Die hygienischen Zustände in den Camps werden hier jedoch zunehmend schlimmer, darunter leiden besonders Kinder und Frauen. Krankheiten und Infektionen machen sich in der Region breit. Viele der Camps haben keinen Koordinator: Um die Lieferung wird gestritten, einige gehen leer aus.

“Die prekäre Lage treibt einige an Rand der Verzweiflung”

Neben Essenslieferungen werden wir Desinfektionsmittel und andere medizinische Notwendigkeiten bringen. Rohins Crew kommt bisher nie vor 2:00 Uhr morgens indischer Zeit zu Hause an, mit aufgerissenen Füssen, beschädigten Autos und ohne selber viel gegessen zu haben. Sie geben alles, um ihren Landsleuten etwas aus der Misere zu helfen. Morgen zieht diese Crew weiter nach Aranmula.


Nithin, der schon vor unserer Hilfsaktion mit Herzblut Hilfsgüter gepackt hat, hat sich heute dafür stark gemacht, dass die zusätzlich dringend benötigte Medizin mitgegeben wird. Wenn es nach ihm ginge, würden wir doppelt und dreifach so viele Güter verteilen: Sein eigenes Bankkonto hat er geleert, um den Bedürftigen das Nötigste zu geben. Seine ausführlichen Preisrecherchen sparen und viel Geld.

Sharath koordiniert und informiert die Crews unterwegs, verschiebt die erhaltenen Gelder an den richtigen Ort, bereitet die Neuigkeiten unserer Konvois auf, macht die Buchhaltung und stellt dazwischen immer mal wieder ein Fotos online. Sein Telefon glüht wohl bald, aber für ein aufmunterndes Wort für die ausgepowerten Crews hat er dennoch immer Zeit. Immer wieder erreichen uns Hilferufe und Anfragen für Hilfsgüter, die sich nach etwas Recherche als Falschmeldungen herausstellen. Das Chaos und damit die Gelegenheiten für schlitzohrige Bereicherungen von Trittbrettfahrern bleibt gross – und wir müssen entsprechend wachsam bleiben.

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